Schinkel, der Kronprinz und der frühe Historismus in Preußen

Dienstag, 17. 03. 2020
19:00 Uhr
Hochschule Fresenius
Moritzstraße 17a
Raum 3.01
65185 Wiesbaden

Prof. Dr. Elke Katharina Wittich
Vortrag:
Die Architektur der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts in Preußen war von einer prägenden Künstlerpersönlichkeit beherrscht:
Karl Friedrich Schinkel. Ausgebildet an der Berliner Bauakademie, einer der besten Ausbildungsinstitutionen im deutschsprachigen Raum, konnte Schinkel Bauprojekte umsetzen, die auch für die folgenden Jahrzehnte stilprägend waren, darunter neben klassizistischen Bauten wie dem Königlichen Museum am Lustgarten auch solche im „Mittelalterstil“ wie die Friedrichswerdersche Kirche. Gleichwohl konnte selbst Schinkel, der maßgebliche Positionen in der preußischen Bauverwaltung bekleidete, keineswegs alles durchsetzen, was er für richtig und sinnvoll erachtete. Der regierende preußische König Friedrich Wilhelm III. und auch der Kronprinz nahmen teils erheblichen Einfluss. Der Vortrag klärt, welche Einflüsse auf die Stildebatte in den 1820er und 1830er Jahren in Preußen festzustellen sind; zeitgenössische Publikationen und die Prägung von Bedeutungsebenen im Sinne der Staatsrepräsentation spielen dabei eine herausragende Rolle.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Hochschule Fresenius.

Es besteht die Möglichkeit, um 18:30 an einer Hausführung durch den Neubau der Hochschule teilzunehmen.

Elke Katharina Wittich hat an der Humboldt-Universität zu Berlin über Karl Friedrich Schinkel promoviert und ist seit 2013 Professorin für Theorie und Geschichte des Designs am Fachbereich Design der Hochschule Fresenius. Zuvor war sie Gründungspräsidentin der staatlich anerkannten privaten Hochschule AMD in Hamburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Theorie und Geschichte der Architektur, Wissenschaftsgeschichte sowie Geschichte des gewerblichen Ausbildungswesens im 18.–20. Jahrhundert.


Karl Friedrich Schinkel,
Carl Joseph Begas, Öl auf Leinwand, 1826
Foto: Wikimedia Commons, Public Domain