Das Grabmonument „Theodosia Ruh“

Albinmüllers Spätwerk auf dem Nordfriedhof

Sonntag, 13. 09. 2020
14:30 Uhr
(Tag des offenen Denkmals)
Nordfriedhof Wiesbaden,
Treffpunkt: Standort A39a, Westseite, Parzelle 13

Dr. Meinrad v. Engelberg
Führung:
Wo liegen die Grenzen zwischen Historismus und Jugendstil; wie durchlässig sind sie? Kann es im Jahrzehnt nach dem Bauhaus noch qualitätvolle Architektur geben, die diese „längst überwundenen Stilfstufen“ wieder aufruft?
Das Grabdenkmal „Theodosia Ruh“ auf dem Nordfriedhof, errichtet 1933 von dem Darmstädter Architekten Albinmüller (1871–1941), kann als einzigartiges Beispiel zur Klärung dieser Fragen gelten.
Der in Wiesbaden ansässige Industrielle Dr. Robert Jurenka, Gründer der Deutschen Babcock, ließ dieses eindrucksvolle Monument zum Andenken an seine früh verstorbene Gattin Theodosia errichten. Albinmüller, als Nachfolger Olbrichs führender Architekt der Künstlerkolonie Mathildenhöhe bis 1914, errichtete das oktogonale Turmbauwerk nach mittelalterlichen Vorbildern in Venedig und Ravenna. Die originale Innenausstattung mit kostbarem Mosaik, Buntglasfenstern, Urnen und einem Marmoraltar ist vollständig erhalten.

Das Bauwerk ist sonst nicht zugänglich und nur bei dieser Gelegenheit zu besichtigen.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Bernhard-von-Wiesen-Stiftung Wiesbaden

Meinrad v. Engelberg ist seit 2008 Akademischer Rat am Fachbereich Architektur der Technischen Universität Darmstadt, betreut dort den Nachlass des Architekten Otto Bartning und ist seit 2018 Vorstandsmitglied im Förderverein. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Architektur des Historismus und die Entwicklung des Sakralbaus.


Blick in die Kuppel von „Theodosia Ruh“
Nordfriedhof Wiesbaden
Foto: Dr. Meinrad von Engelberg